Vom Raten zum Ablesen bei XXL Nutrition

Die meisten Menschen kennen XXL Nutrition aus dem Marketing. Weniger bekannt ist der Logistikbetrieb dahinter. XXL Nutrition wickelt die Logistik komplett im eigenen Haus ab und versendet im Schnitt rund 3.500 Pakete pro Tag, vor allem Nahrungsergänzungsmittel und Kleidung. Ein WMS gab es bereits, aber es zeigte nicht, was auf der Fläche passierte. Seit Juni 2026 arbeitet XXL Nutrition mit Ceyenne WMS, und die Aufträge liefen während der Umstellung einfach weiter. Logistikmanager Stephan Beekhuizen, der vor fast acht Jahren als Kommissionierer bei XXL Nutrition angefangen hat, erzählt, wie das Lager jetzt auf Daten statt auf Bauchgefühl läuft.

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Das alte WMS bot zu wenig Einblick

XXL Nutrition beliefert Privatkunden und seit einigen Jahren auch den Handel. Die Privatkundenaufträge machen nach wie vor den größten Teil aus, das meiste Wachstum liegt aber im Handel. Das Lager arbeitet noch manuell mit Scannern. Mechanisierung gibt es noch nicht, auch wenn XXL Nutrition sich langfristig damit beschäftigen möchte.

„Wir suchten einen Partner, der mit Daten mit uns mitschauen konnte, damit wir sahen, was auf der Fläche passiert. Unser altes WMS bot diesen Einblick nicht, deshalb liefen wir den Fakten hinterher.“

Stephan Beekhuizen, Logistikmanager bei XXL Nutrition

Mehrere Anbieter stellten sich vor, aber bei Diract hatten Stephan und seine Kollegen das beste Gefühl. Den Ausschlag gab, was Diract mit Daten leisten konnte.

Ein Mitarbeiter von XXL Nutrition scannt einen Artikel mit einem Handterminal am Regal

Ein Referenzbesuch bei Sidekix schuf Vertrauen

Bevor sich XXL Nutrition endgültig entschied, besuchte Stephan mit ein paar Kollegen als Referenz Sidekix, ebenfalls ein Kunde von Diract. Sidekix versendet andere Produkte, arbeitet aber wie XXL Nutrition mit großen Volumina und Paletten voller gleicher Artikel. Bei XXL Nutrition müssen manchmal tausend Dosen Kreatin eines Produkts zur Tür hinaus.

„Dort sahen wir, dass darüber nachgedacht wurde“, sagt Stephan. „So geht es also auch.“ Was er bei Sidekix sah, wollte XXL Nutrition auch haben. Laut Stephan ist das gelungen.

Mitarbeiter von XXL Nutrition an einem Kommissionierwagen, einer von ihnen scannt ein Produkt

In einem halben Jahr live, ohne Stillstand

Im November und Dezember 2025 orientierte sich XXL Nutrition nach einem neuen WMS. Nach einigen Monaten Vorbereitung folgten zwei bis drei intensive Monate, in denen XXL Nutrition und Diract festlegten, was sich ändern musste, bis hin zur Einrichtung im Lager. Am 19. Juni 2026 ging Ceyenne live. Die Auftragsabwicklung lief während der Umstellung einfach weiter, ohne größere Probleme.

„Dass der Go-live so sauber verlief, liegt vor allem an der guten Begleitung durch Diract in den Implementierungssitzungen.“

Stephan Beekhuizen, Logistikmanager bei XXL Nutrition

In diesen Implementierungssitzungen stimmten XXL Nutrition und Diract gemeinsam ab, was XXL Nutrition genau wollte. Diract gab außerdem einen hilfreichen Tipp: das ganze Unternehmen auf dem Laufenden halten. Für die Mitarbeitenden war die Umstellung zunächst ein kleiner Schock. XXL Nutrition spielte deshalb mit offenen Karten: Es wird sich etwas ändern, wir wissen nicht genau, wie es ausgeht, und vielleicht stoßen wir irgendwo auf Probleme. Diese Offenheit funktionierte. Die Mitarbeitenden zeigten Verständnis, und nach dem Go-live kamen positive Reaktionen, vor allem von den Führungskräften auf der Fläche.

Ein Kommissionierer von XXL Nutrition scannt mit einem Handgelenkscanner in einem Regalgang

ProGlove-Scanner machen die Hände frei

Gleichzeitig mit dem WMS kamen neue Scanner. Die Kommissionierer sind viel mit Wagen unterwegs, die sie ziehen oder schieben, und auch beim Verpacken hatten die Mitarbeitenden ständig einen Scanner in der Hand. Mit den großen Handscannern von früher erledigten sie alles mit einer Hand. Jetzt tragen sie einen ProGlove-Scanner am Handgelenk und haben beide Hände frei.

Auch hier waren die Mitarbeitenden zunächst zurückhaltend: Musste jetzt etwas um Hand oder Arm? „Sie sahen sehr schnell, dass das besser funktioniert als unsere frühere Arbeitsweise“, sagt Stephan. Man hat den Scanner immer dabei, und das erleichtert die Arbeit. Stephan vergleicht es mit der Umstellung auf das WMS: erst kurz gewöhnen, dann positive Reaktionen von der Fläche. Diract arbeitete zu Beginn noch nicht mit ProGlove, nahm die Scanner aber mit in die Implementierung, mit einem zusätzlichen Lieferanten. Laut Stephan ging das nahezu ohne Verzögerung.

Ein Mitarbeiter von XXL Nutrition scannt mit einem ProGlove-Scanner am Handgelenk einen Artikel am Regal

Personalplanung auf Basis von Daten

Für Stephan dreht sich bei den Daten alles um eine Frage: Wie viele Leute braucht er bei der Tagesprognose? Mitarbeiterkontrolle war nie das Ziel.

XXL Nutrition arbeitet mit kleinen, mittleren und großen Wagen, eingeteilt nach Auftragsgröße. Früher sah XXL Nutrition pro Wagen nur eine Gesamtübersicht. Jetzt sieht Stephan genau, wann Aufträge eingehen, wo die Spitze der großen Aufträge liegt und wann die kleinen kommen. XXL Nutrition führt Aufträge intelligenter zusammen, sodass Kommissionierer weniger Meter laufen. Außerdem erhält das Unternehmen Empfehlungen zum Standort von Produkten. Liegen bestimmte Produkte beieinander, wird die Pickrunde kürzer, und ein Kommissionierer mit einem Wagen muss manchmal nur zwei Reihen ablaufen. Damit hat XXL Nutrition schon viel gewonnen, sagt Stephan.

„Früher war es ein bisschen Raten, jetzt lesen wir es einfach ab.“

Stephan Beekhuizen, Logistikmanager bei XXL Nutrition

Mit diesen Zahlen kann XXL Nutrition zum ersten Mal faire KPIs aufstellen. Früher ging das Team von Annahmen aus. „Das ist auch nicht ganz fair gegenüber den Leuten“, sagt Stephan. Mitarbeitende wollen selbst gern wissen, was ihr Ziel ist und wie der Durchschnitt aussieht. Sie geben an, dass es sie nicht stört, angesprochen zu werden, wenn ihr Tempo nachlässt.

Ein Kommissionierwagen mit Behältern zwischen den Regalen im Lager von XXL Nutrition

Diract stellt feste Arbeitsweisen infrage

XXL Nutrition macht Dinge von jeher gern auf die eigene Art. Diract schlug während der Einführung regelmäßig vor, etwas anderes auszuprobieren. Laut Stephan hätte XXL Nutrition ohne diese Vorschläge die heutigen Schritte nicht machen können. „Das hatten wir nie“, sagt er. „Wir haben immer alles selbst gemacht.“

„XXL Nutrition dachte jahrelang, der eigene Weg sei der beste. Ein Partner, der ab und zu sagt ‚mach es mal so‘, brachte mehr, als das Unternehmen erwartet hatte.“

Ein Beispiel ist das Auffüllen der Pickplätze. Weil XXL Nutrition Produkte nicht zu hoch stapeln möchte, einigten sich beide Seiten auf mehrere Lagerplätze pro Produkt. So muss ein Mitarbeiter nicht auf einmal hundert Stück auffüllen, womit er eine Viertelstunde beschäftigt ist.

Auch die Dashboards sehen jetzt anders aus. XXL Nutrition zeigte immer die Anzahl der Aufträge, aber die Auftragsgrößen schwanken stark. Diract schlug daher vor, Auftragspositionen zu zeigen: die Produkte, die Mitarbeitende wirklich greifen. Stephan nennt diese Vorschläge erfrischend, und auch die Mitarbeitenden fanden es angenehm, dass es einmal anders lief.

Ein Mitarbeiter von XXL Nutrition nimmt einen Artikel aus einem Karton an einem Pickplatz

Der nächste Schritt ist ein Verpackungssystem

Die Mechanisierung will XXL Nutrition Schritt für Schritt angehen: erst etwas Kleines aufstellen und nur weitermachen, wenn es funktioniert. Als erste Phase erwägt das Unternehmen ein Verpackungssystem, das die Pakete selbst verschließt. Das Kommissionieren bleibt vorerst, wie es ist.

„Für ein Verpackungssystem brauchen wir Diract wirklich. Mit deren Daten bestimmen wir, was in einen Karton passt, welche Höhen wir brauchen und wie wir die Etiketten ansteuern.“

Stephan Beekhuizen, Logistikmanager bei XXL Nutrition

Mit früheren Anbietern traute sich XXL Nutrition diesen Schritt nicht zu. Danach schaut das Unternehmen vielleicht auf das Kommissionieren oder auf automatisierte Lagerung. Für jeden Schritt möchte Stephan einen sauberen Business Case, der auf dem basiert, was wirklich auf der Fläche passiert.

Drei Kartons von XXL Nutrition auf einem Förderband im Lager

Kurze Wege während und nach der Einführung

Auf Diract angesprochen, nennt Stephan zuerst die kurzen Wege. Stößt XXL Nutrition irgendwo auf ein Problem, gibt es schnell Kontakt und eine Lösung, ohne wochenlang zu warten. So möchte XXL Nutrition auch selbst mit den eigenen Kunden umgehen. Ceyenne ist inzwischen im ganzen Unternehmen akzeptiert, und auch das Vertrauen in die Berater, die die Implementierung durchführten, wuchs schnell. „Dieses Vertrauen ist einfach da“, sagt Stephan.

Stephan hofft, dass andere Unternehmen etwas aus dieser Geschichte mitnehmen. Manche Unternehmen stecken seiner Meinung nach in ihrer eigenen Arbeitsweise fest, obwohl es noch Raum gibt, es anders zu machen.

„Wir haben jahrelang gedacht, unser Weg sei der beste. Ein Partner wie Diract, der sagt: Mach es mal so, bringt dann mehr, als wir selbst gedacht hätten.“

Stephan Beekhuizen, Logistikmanager bei XXL Nutrition

Das große XXL-Nutrition-Banner über dem Hauptgang des Lagers

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